VocaMe

„Der Klang des Lichts“

Vocame sind vier Sängerinnen und der Multiinstrumentalist Michael Popp. Sie formen ein einzigartiges Ensemble, 2008 gegründet im Zuge der Ersteinspielung von Musik der byzantinischen Komponistin Kassia aus dem 9. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt des Wirkens von Vocame ist die Auseinandersetzung mit komponierenden Frauen des Mittelalters. Einzigartige, teils ungehörte und vergessene Kompositionen werden entdeckt.

Eine intensive Auseinandersetzung mit Interpretationsfragen sowie abwechslungsreiche und kreative Arrangements schaffen ein individuelles und unverwechselbares Klangbild dieses Ensembles. Bei den Konzerten von Vocame sind (Kirchen-) Raum, Licht, Bewegung Teil der Performance, die der Musik weitere Dimensionen verleihen.

Konzerte 2026

Mo 6. April 2026, 20.00 Uhr
Kopenhagen (DK)
Do 23. April 2026, 19.30 Uhr
16831 Schloss Rheinsberg
Fr 24. April 2026, 18.00 Uhr
16831 Schloss Rheinsberg
Sa 9. Mai 2026, 20 Uhr
Zürich (CH) Altes Krematorium
26. - 31. Mai 2026 , Pfingstmusiktage mit Sigrid Hausen
Sallacher Str. 1, 84326 Rimbach
So 5. Juli 2026, 20 Uhr
Zürich (CH)
Sa 8. November 2025, 15 Uhr
Freising, Diözesanmuseum
Sa 1. November 2025, 20 Uhr
Clausthal-Zellerfeld, Marktkirche
Fr 19. September 2025 
Averbode - Belgien
Sa 16. August 2025, 16 Uhr
Berkholz / Uckermark
Fr 11. April 2025,  19 Uhr
Stuttgart Stiftskirche
So 22. Dezember 2024
Ried im Innkreis (A)
Konviktkapelle der Landesmusikschule Ried i.I.
Veranstalter Musica sacra Ried
So 17. November  2024
Neuzelle 
Fr 15. November 2024
Pfullendorf - Klosterkirche St. Bernhard in Wald
Mo 20. Mai 2024
Ried im Innkreis
Konviktkapelle der Landesmusikschule Ried i.I.
Veranstalter Musica sacra Ried
Sa 18. Mai 2024
Santillana del mar, Spanien
Fr 17. Mai 2024
Granada, Spanien
Mi 15. Mai 2024
Murcia, Spanien

Archiv

Copenhagen Renaissance Music Festival
Early Music Festival in Stockholm und Oslo
Cork International Choir Festival
Festival Voix & Route Romane
Concentus Moraviae, Tschechien
Recontres Musicales De La Vallée De L‘Alzette, Luxembourg
Festival Tres Culturas, Murcia
Musikfestspiele Potsdam
Rheingau Musik Festival
Musica Sacra International
Europäische Kirchenmusiktage Schwäbisch Gmünd
Fränkischer Sommer
Kreuzgangkonzerte Kloster Walkenried
Kunst- und Ausstellungshalle der BRD Bonn
MDR Musiksommer
Musikfest Stuttgart
Vancouver Early Music Festival
Midtown Concerts Series, New York
Early Music Society of the Island, Victoria/Canada
u.v.a.

PROGRAMME

 Inspiration – Hildegard von Bingen – Lieder und Visionen Kirchenfensterbild
 

Inspiration – Hildegard von Bingen – Lieder und Visionen

Hildegard von Bingen selbst sprach davon, als Ungelehrte, indocta, Auditionen“ erfahren zu haben. Dies erklärt vielleicht die Sonderstellung ihrer Musik, die „wie aus dem Nichts auftauchte und wieder verschwand“, wie Michael Popp, künstlerischer Leiter von VocaMe anmerkt. Er zeigt sich überzeugt, „dass gerade im Umgang mit Hildegard die intuitive und somit künstlerisch-kreative Annäherung – bei aller Notwendigkeit der neuzeitlichen Analysemethoden – unabdingbar und letztlich „authentischer" ist als die überwiegend modern ausgerichtete rational erklärende Herangehensweise.“ Daraus folgt ein Ansatz, der sich bewußt Freiheiten nimmt: „Auch die Aufnahme selbst sollte inspirierend und kreativ sein. Sie möchte neben der Genialität der originalen Überlieferung auch ein kleines Stück unserer individuellen Auseinandersetzung mit diesem Werk, also einen neuen Klang, zu Gehör bringen“,

Zuerst absolute Stille – plötzlich beginnt eine glockenklare Frauenstimme eine kostbare Melodie in den Kirchenraum zu zeichnen. Weitere Stimmen schließen sich an, abwechselnd treten sie nun hervor, machen einander Platz, bilden einen Rahmen zur Entfaltung. Klänge von Harfe oder Hackbrett treten hinzu, sie durchqueren den Tonraum.


O tu illustrata
Kassia – Byzantinische Hymnen der frühesten Komponistin des Abendlandes
 

Kassia – Byzantinische Hymnen der frühesten Komponistin des Abendlandes

„Durch die Frau fingen bessere Dinge an.“
„Durch die Frau kam das Übel in die Welt,“ sprach Kaiser Theophilos, bevor er der schönen Kassia als Zeichen seiner Brautwahl einen goldenen Apfel übergeben wollte. Kassia erwiderte ohne zu zögern: „Aber durch die Frau fingen auch bessere Dinge an!“ So verwirkte sich die Brautkandidatin, Kaiserin des oströmischen Reiches zu werden. Der Kaiser reichte den Apfel einer anderen. Kassia (geb. 810, gest. zwischen 843 und 867) nahm einen anderen Lebensweg, gründete ein Kloster und wurde Äbtissin.

Sie muss eine beeindruckende, selbstbewusste Persönlichkeit gewesen sein, hochgebildet, die bereits in jugendlichem Alter mit dem Abt Theodor Studites (759-826) von Konstantinopel in Korrespondenz stand. Sie mischte sie sich in den damals herrschenden Bilderstreit ein, der sich um den richtigen Gebrauch von Ikonen drehte und in dieser Zeit ganz Byzanz spaltete und erbittert geführt wurde. Kassia half eingekerkerten Mönchen und wegen Ikonenverehrung geflohenen Exilanten, wurde verfolgt und einmal dafür mit Peitschenhieben bestraft.

Nach dem die Kaiserin Theodora 843 den Bilderstreit beendete, gründete Kassia nahe dem Studites-Kloster auf dem siebten Hügel Konstantinopels ein eigenes Kloster und führte dieses als Äbtissin. Dort verfasste sie sowohl geistliche als auch weltliche Schriften für ihr Kloster und den Kreis der Freunde. Zudem komponierte sie Troparien (kurze Gesänge als Bestandteil der byzantinischen Liturgie) zu verschiedene Heiligenfesten. Es sind wohl knapp fünfzig Hymnen, die wir heute Kassia zuschreiben können, viele davon sind nach wie vor in der griechischen-orthodoxen Liturgie in Gebrauch. Diese schillernde Figur stand im Zentrum des intellektuellen und künstlerischen Lebens der Metropole am Bosporus.

Petron ke Pavlon
Ek Rizis Agathis
 Christine von Pizan – Chansons et ballades
 

Christine von Pizan – Chansons et ballades

Im Mittelpunkt dieses Programms steht die Franko-Italienerin Christine de Pizan, eine ungemein interessante, vielseitige und kreative Persönlichkeit und Schriftstellerin, die um 1400 in Paris ein Leben im Zeichen der launischen Schicksalsgöttin Fortuna voller Höhen und Tiefen lebte.   Die Anregung dazu, ihre Lebensgeschichte musikalisch zu illustrieren, erhielten wir daraus, dass zumindest eine ihrer Balladen, Dueil engoisseus, ein Gedicht über Einsamkeit und Melancholie, von ihrem Zeitgenossen, dem flämischen Komponisten Gilles de Binchois vertont worden ist. Deshalb haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, einige ihrer Chansons und Balladen als Kontrafakta mit zeitgenössischen Melodien zu unterlegen. Dieses Vorgehen – aus vorhandenen Elementen, Text und/oder Melodie ein neues Werk zu erschaffen – war in der Musik des Mittelalters und der Renaissance durchaus üblich. Christine gilt bei aller Fortschrittlichkeit als eine der letzten Verfechterinnen des Ideals der mittelalterlichen Hohen Minne, wie sie uns die Troubadours überliefert haben. Deshalb haben wir einige ihrer Liebesgedichte mit Melodien unterlegt, die etwa hundert Jahre vor ihrer Zeit populär und die ihr vielleicht noch vertraut waren. Die Zusammenstellung eines Textcorpus, das einen repräsentativen Einblick in das poetische Werk von Christine de Pizan vermittelt, geschah in enger Zusammenarbeit mit der Pizan-Spezialistin Margarete Zimmermann und der Romanistin Gisela Seitschek.


Chansons et Ballades
Ovide dit qu'il ...
 Cathedrals – Vokalmusik aus der Zeit der großen Kathedralen – Reims
 

Cathedrals – Vokalmusik aus der Zeit der großen Kathedralen

Die großen lichtdurchfluteten Kirchenräume der Gotik, die sich wie steingewordene Wunder ab dem 12. Jahrhundert in ganz Europa ausgebreitet haben, inspirierten zu diesem Programm.

Diese Kathedralen mit ihrer Harmonie der Proportionen, der scheinbaren Schwerelosigkeit der Architektur, waren im Mittelalter gelebter Schnittpunkt aller Wege und Kulturen, sie waren Sinnbild göttlicher Wohnstatt und Einheit von Klang-Licht-Raum.

„Wie die Säulen der Kathedrale stellen wir uns die Mess-Sätze der berühmten Messe von Tournai vor, und zwischen diesen Säulen erklingen andere geistliche Gesänge aus Frankreich, Spanien, Deutschland, zwischen Volksfrömmigkeit und Versenkung, Anrufung und hoher Spiritualität oszillierend.“

Werke aus dem Las Huelgas Codex, dem Codex Calixtinus (Jakobsbuch) werden von Vocame neu interpretiert, von schlichter Einstimmigkeit bis zur Prachtentfaltung der mittelalterlichen Mehrstimmigkeit. Die Kraft der menschlichen Stimme steht im Mittelpunkt. Vier Sängerinnen mit einem berückenden Schmelz im Unisono, großen Spektren im mehrstimmigen Gesang und die Klangfarben des Multi-Instrumentalisten M. Popp bilden die musikalische Erweiterung und Deutung  des  Kirchenraums.

Raum, Aufstellung, Bewegung: Seit der Gründung des Ensembles erarbeitet Vocame eigene bestechende Varianten zum üblichen “klassischen“ Konzertgeschehen. Die Sängerinnen bewegen sich singend im Raum, nehmen Aufstellung zwischen, hinter und über dem Publikum, verändern und verdichten dadurch Klang-Raum-Erfahrungen. Der jeweilige Konzertraum, meist eine Kirche/Kathedrale erfährt dadurch eine völlig neue Dimension.


Tota pulchra es
La Messe de Tournai
 Qntal Band

Starke Frauen – Mystische Frauen im Mittelalter

In diesem Konzert spannt sich ein Bogen von Kassia, einer charismatischen Komponistin des 9. Jahrhunderts in Byzanz, über Hildegard von Bingen, Mystikerin und Visionärin des 12. Jahrhunderts bis zur feinsinnigen und zugleich kraftvollen Lyrik der Christine de Pizan im Paris des 14. Jahrhunderts.

DISCOGRAFIE

CD Vocame – Hildegard von Bingen

Mehr Infos

  • Studium Divinitatis 1
  • Spiritus Sanctus
  • O ignis Spiritus
  • O virtus sapientiae
  • O spectabiles viri
  • O virga ac diadema
  • Aer enim volat
  • Rex noster
  • Cum processit
  • O quam mirabilis
  • O virga mediatrix
  • Tu rubes ut aurora
  • Columba aspexit
  • O tu illustrata (Marienantiphon)
  • Studium Divinitatis 2

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 CD Vocame – Cathedrals

Mehr Infos

  • Tota pulchra es
  • Ave gloriosa
  • Sol sub nube latuit
  • Kyrie
  • O Maria, stella Maris
  • Benedicamus
  • Baculi sollemnia
  • Gloria
  • Cuncti potens
  • Deus pacis
  • Sanctus
  • Salve mater salvatoris
  • Orbis factor
  • Benedictus
  • Audi pontus
  • Agnus Dei
  • Congaudeant catholici
  • Circa mundi vesperam
  • Ite missa est

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 CD Vocame – Kassia

Mehr Infos

  • Doxazomen Sou Christe
  • Ek Rizis Agathis
  • O Synapostatis Tyrannos
  • O Phariseos
  • O Tis Vasilevs DOXiS Christos
  • I, Edessa
  • Tin Pentachordon Lyran
  • Igapisas Theophoric
  • Yper Ton Ellinon
  • I En Polls Armati
  • Pelagia
  • Stavrou Tou Sou I Dynamis
  • Olvon Lipousa Patrikon
  • Petron Ke Pavlon
  • Isaiou Tou Nyn Prophitou
  • I Ton Lipsanon Sou Thiki
  • Avgoustou Monarchisantos
  • Christina Marty

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 CD Vocame – Chansons et Ballades

Mehr Infos

  • Jeux à vendre
  • Ma dame secours
  • Mon bel ami
  • À Dieu mon ami
  • Mon chevalier
  • Dueil engoisseus
  • Amours, escoute ma complainte
  • Ovide
  • Dieux on se plaint
  • Mon ami, ne plourez plus
  • Ditie de Jeanne d'Arc
  • L'amant et la Dame
  • Seulette suy

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ENSEMBLE

Band Vocame

von links nach rechts: Gerlinde Sämann · Sarah M. Newman · Sigi Hausen · Michael Popp · Petra Noskaiová

Vier Sängerinnen mit berückendem Schmelz im Unisono, großen Spektren im mehrstimmigen Gesang und die Klangfarben des Multi-Instrumentalisten Michael Popp bilden die musikalische Handschrift von Vocame. Gastsängerinnen wie Anna-Maria Hefele und Maria Hauer bereichern mit ihrem Klang und eigenen musikalischen Aspekten.
Wie in einem Labor werden die Fundstücke aus dem Mittelalter untersucht, entstaubt – wie bei Restauratoren werden die Farben aufgefrischt und mit den freigelegten musikalischen Gerüsten, den Melodien, experimentiert und arrangiert; vom Unisono bis hin zur vielstimmigen vokalen Prachtentfaltung und um instrumentale Kommentare und Akzente bereichtert.

Impressionen

Vocame

Pressestimmen Vocame

„Wider die Wirren der Welt: Engelsgesang des Ensembles VocaMe“ Dresdener Neueste Nachrichten

„Wenn es einen Klang für die Ewigkeit gibt - das ist er." General Anzeiger Bonn

„..getragen von der beeindruckenden Akustik dieses frühmittelalterlichen Sakralbaus verbanden sich die Stimmen zu einer fast magischen Erfahrung. Sie verdichteten sich in einem einzigen hell strahlenden Raumklang und verebbten, wie auf zarten Flügeln entschwindend. M. Popp begleitete den ausdrucksstarken, fein nuancierten Gesang instrumental auf Santur, Oud und Dilruba. Im Gedächtnis der Zuhörer wird dieses Konzert sicher lange nachklingen.“ Mittelbayrische Zeitung

„Eine ungewöhnlich schönes und exquisites Konzert, Balsam für die Seele." Svenska Dagblader
Zur CD Kassia:
„Die sensationelle Entdeckung eines vergessenen Schatzes." Musica Sacra Review

Zur CD Inspiration, Hildegard von Bingen – Lieder und Visionen: 10 von 10 Punkten bei Klassik Heute „Ein lohnenswertes musikalisches (Sehr-)Alte-Musik Abenteuer – ein harmonisch ungewohntes, zutiefst spirituelles Hörerlebnis für unsere heutigen Klassik-Ohren!“ Klassik Heute

„Vier Sängerinnen und ein Instrumentalist lassen sich inspirieren von einer Musik, die in weiten Teilen nur beschrieben, nicht aber aufgeschrieben ist: das Ergebnis ist eine wunderschöne und sehr sinnliche Version dieser Stücke. Die Tempi sind lebendig, die Klangfarben hell. Es entsteht hier kein entrückt erhabener, sondern ein tief emotionaler und menschlicher Eindruck.“ Stuttgarter Zeitung
„Sie war Schriftstellerin, Philosophin und Feministin. Christine de Pizan gehört zu den schillerndsten Frauenfiguren des Mittelalters. Ihre „Chansons et Ballades“ (Berlin Classics) hat jetzt das Gesangsensemble Vocame mit zeitgenössischen Melodien unterlegt. Mit klaren Stimmen und perfekter Dynamik singen die vier Sängerinnen von Liebe und Einsamkeit, von Frauen und Männern, die das Glück suchen – und sogar von der damals noch für ihren Sieg gefeierten Johanna von Orléans. Ein lebendiges und packendes Dokument einer lange versunkenen Epoche, garantiert frei von Mittelaltermarkt-Kitsch."  Brigitte

„Der Klang des Lichts“ Süddeutsche Zeitung
Vocame
 Band Vocame on stage
Sigrid Hausen
‭Tel. +49 (0) 179 910 20 90‬
hausen@estampie.de
 
Michael Popp
Tel. +49 (0) 179 241 29 98
popp@estampie.de